Sr. Liliane Juchli – Kreuzschwester und Pflege-Pionierin

Mit ihrem ganzheitlichen Pflegeverständnis hat die Kreuzschwester Liliane Juchli die Pflegepraxis nachhaltig beeinflusst. Die Schwester ist Autorin eines Standardwerks, das Handlungsanleitungen (die sogenannten „Aktivitäten des täglichen Lebens“) mit der Bedeutung von menschlicher Begegnung und Menschenwürde in der Pflege verbindet.

Der Schweizer Nachname „Juchli“ steht für Generationen von Pflegenden als Synonym für Pflegetheorie. 1971 verfasste Schwester Liliane das erste umfassende Krankenpflegelehrbuch in deutscher Sprache, das bis heute ein Standardwerk für Auszubildende ist. Sie beschrieb Krankenpflege als eigenständige Tätigkeit – in einer Zeit als dieser Bereich rein arzt- und technikorientiert war, ein „Zuarbeiten“.

Hilfe und Selbsthilfe
Neben der Ordnungsstruktur für die Pflegeerfassung („Aktivitäten des täglichen Lebens“) findet man in ihrem Werk die Forderung an die Pflegenden, ihr Tun und ihr Menschenbild stetig zu hinterfragen – im Sinne eines würdevollen Pflegeprozesses. Sr. Liliane Juchli fragt aber nicht nur: „Wie kann ich als Pflegender dem Patienten am besten helfen?“, sondern auch „Wie kann ich eine Person wieder an ihre ‚Kraftquellen anschließen‘, sodass sie sich selber helfen und die Qualität ihres Lebens verbessern kann?“.

Im Verständnis der Pionierin Sr. Liliane Juchli sind die heilende Zuwendung des Pflegenden zum Patienten und des Patienten zu sich selbst die Basis jeder Pflege.

Im Rahmen eines Vortrags beim Altenpflegekongress 2017 in Bruck a. d. Mur hatten Schwestern und MitarbeiterInnen der Pflegebetriebe der Kreuzschwestern, Annaheim Graz und St. Josefsheim Rein, die Gelegenheit, Sr. Liliane Juchli (Bildmitte) persönlich zu erleben und kennenzulernen:

 

 

Moderne Interpretation der Wurzeln

Der Ordensgründer der Kreuzschwestern, Pater Theodosius Florentini, war ein bedeutender Sozial- und Bildungsreformer des 19. Jahrhunderts. Sein Anliegen war es, das Elend der Arbeiter und ihrer Familien, insbesondere der Kinder, zu lindern. Mit einer modernen Interpretation eines Portraits dieser beeindruckenden Persönlichkeit wurde am Kreuzschwestern-Standort in Gemünden (Bayern) versucht, seine Entschlossenheit und Besonnenheit künstlerisch ins 21. Jahrhundert zu transportieren.

Die Theodosius-Florentini-Schule der Kreuzschwestern in Gemünden (Bayern) beauftragte die an der Schule unterrichtende Künstlerin Gertrude Elvira Lantenhammer, ein repräsentatives Portrait des Namensgebers für die Eingangshalle der Schule zu gestalten. Hierzu wurde ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert in die künstlerische „Sprache“ der Gegenwart übersetzt. In dem digital bearbeiteten Bild mit reduzierten Farbflächen sollte die Nachdenklichkeit, Entschlossenheit und gleichzeitige Güte des Namensgebers erhalten bleiben und zum Ausdruck kommen. Andy Warhols berühmte Portraits der Celebrities standen Pate.

Bei der Vernissage anlässlich des 152. Todestages von Pater Theodosius wurde das Werk von Vertretern der Schulgemeinschaft und des Ordens gleichermaßen bewundert.

 

Innovation am Klinikum Wels-Grieskirchen: Neuartige Hüftprothese

Künstliche Hüft- und Kniegelenke sind heute Standard. Dank intensiver Forschung und Entwicklung verhilft die nächste Generation der Kunstgelenke Patienten zu immer mehr Mobilität und somit Lebensqualität. Die neue Kurzschaftprothese für die Hüfte – „MiniMIS-Schaft“ ist vor allem für jüngere Patienten eine vorteilhafte Lösung, weil die umliegenden Knochenstrukturen funktionell intakt bleiben. Klemens Trieb, Leiter der Orthopädie am Klinikum Wels-Grieskirchen, hat diese „kurze“ Hüftprothese in Kooperation mit einem österreichischen Hersteller entwickelt.

Herkömmliche Prothesen reichen mit ihrem Stiel weit in den Oberschenkelknochen. Die Druckentlastung für die oberen Knochenbereiche kann dazu führen, dass sich Teile des Knochens zurückbilden. Diese verminderte Knochenqualität wird dann problematisch, wenn ein Wechsel der Prothese erforderlich ist. Die neue Kurzschaftprothese wird mit einem sehr kurzen Schaft nur im obersten Bereich des Knochens fixiert und verhindert dadurch die Entlastung und mögliche Rückbildung des Knochens. Die angrenzenden Knochenstrukturen bleiben funktionell intakt und für eventuelle Gelenkewechsel in späteren Jahren erhalten. Prinzipiell ist die Kurzschaftprothese für alle Patienten geeignet. Aufgrund der hohen Rotations-und Primärstabilität erfüllt sie auch die Erwartungen jüngerer, aktiver Patienten.

Über die Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen:
Die Leistungen der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen umfassen das komplette Spektrum der Orthopädie. Ein Schwerpunkt des Kompetenzzentrums ist der künstliche Gelenkersatz für Hüfte und Knie. Rund 1.000 Patienten werden jährlich mit neuen Hüft- oder Kniegelenken versorgt. Weitere Spezialgebiete sind Wechseloperationen von Kunstgelenken, Kinderorthopädie sowie sämtliche orthopädische Therapien für Wirbelsäule, Schulter, Hand und Fuß.

Gelenkespezialist Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Trieb, Ärztlicher Leiter und Leiter der Abteilung für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen: „Die Prothese ist minimal-invasiv implantierbar, es werden keine Muskeln durchtrennt und sie ist damit sehr schonend für die Patienten.“

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20 Jahre Hort der Kreuzschwestern in Gemünden

Der Kinder- und Jugendhort der Kreuzschwestern in Gemünden (D) hat kürzlich sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Das Neue an dieser Einrichtung war 1997 nicht nur, dass es der allererste Hort in der gesamten Region war, sondern dass hier Nachmittagsbetreuung unter Einbindung heilpädagogischer Ansätze angeboten wurde (und wird).

Ein Gespräch mit der Leiterin des Horts Kerstin Ries.

Warum wurden heilpädagogische Ansätze von Anfang an mit in das Hort-Konzept aufgenommen?
Frau Ries: Es war deutlich zu beobachten, dass es immer mehr Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten gibt. Wir haben daher bestehende Methoden in der Nachmittagsbetreuung hinterfragt und heilpädagogische Ansätze in unser Konzept integriert.

Welche heilpädagogischen Ansätze sind das?
Frau Ries: Das ist ganz unterschiedlich. Der Ausgangspunkt ist immer die Frage: Was braucht das Kind, um sich gut entwickeln zu können? Braucht es mehr Kleingruppenbezug für seine sozialen Kompetenzen? Braucht es einen spieltherapeutischen Ansatz oder eine Begleitung in der Gruppe? Oder vielleicht verstärkte Unterstützung beim Lernen? Oder etwas ganz Anderes? – Da kommen ganz unterschiedliche Ansätze zur Anwendung, je nach den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Die Basis jeder heilpädagogischen Arbeit ist sicher der Aufbau einer tragfähigen Beziehung. Besonders wichtig ist uns, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, die eine individuelle Entfaltung und Förderung der jungen Menschen ermöglicht.

Wie wirkt sich der integrative Ansatz auf die gesamte Gruppe aus?
Frau Ries: Die Aufnahme von Kindern mit speziellen Bedürfnissen ist eine Bereicherung für die ganze Gruppe. Die Kinder und Jugendlichen lernen, sozial verträglich miteinander umzugehen, sie entwickeln eine gesteigerte Toleranz gegenüber den Kindern mit Besonderheiten und lernen Rücksicht zu nehmen. Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten erfahren oft, dass sie eine Außenseiterrolle einnehmen und beständig in Konflikte geraten. Im Hort erhalten sie die Chance, neue Lernerfahrungen zu machen und sich im behüteten Umfeld auszuprobieren.

Was sind die Herausforderungen für die Zukunft bei Ihrer Arbeit?
Frau Ries: Der Bedarf an spezieller Förderung wird immer größer. Solche Maßnahmen sind aber kostenintensiv und nicht alle Eltern können sich das leisten. Von politischer Seite kommen hier momentan leider keine befriedigenden Lösungen. Daher versuchen wir in unserem Hort die finanziellen Belastung, die sozial schwächeren Familien durch den Hortbesuch ihrer Kinder entsteht, durch einen verminderten Hort-Beitrag ein Stück zu mindern.

 

Zahlen und Fakten:
1997 wurde der Kinder- und Jugendhort mit einer Gruppe (17 Kinder) und 5 integrativen Plätzen unter der Leitung der heutigen Provinzrätin Sr. Petra Car gegründet.
Kurze Zeit später kam eine zweite Hortgruppe dazu und die Zahl der integrativen Plätze erhöhte sich auf 10.
Derzeit werden 80 Kinder von 18 pädagogischen Fachkräften und Praktikanten betreut.
Seit 2013 leitet Kerstin Ries den Hort, den seit seiner Gründung insgesamt 393 Kinder und Jugendliche besucht haben.

 

Impressionen von den Feierlichkeiten anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums: