Thema: Der Konflikt - eine Herausforderung zur
kommunikativen Gestaltung der Gemeinschaft
Mit diesem Thema beschäftigten sich die Oberinnen vom
12. - 14. 10. 2009 in Subiaco
Als Referent konnte Herr Dr. Georg Beirer
(Theologe und Psychotherapeut aus Bamberg) gewonnen
werden. Die Tagung wurde von den Teilnehmerinnen als
sehr interessant, aufschlussreich, lebensnah und
hilfreich empfunden.
PR Sr. Imelda Fritz gibt eine überblicksmäßige
Zusammenfassung der Inhalte.
"Zunächst unterscheiden zwischen Analyse und
Konfliktlösung.
In der Konfliktanalyse zuerst das Problem suchen,
verstehen, und dann Lösungsvorschläge angehen. Das
braucht ganz viel Zeit.
Es geht nicht nur um Standpunkte, sondern auch um
Lebenshaltungen.
Dabei alles vermeiden, was nach ausfragen riecht. In
"Ich-Botschaften" sprechen, Fragen müssen Türen öffnen,
nicht Räume schließen. Warum Fragen sind Deutungsfragen
und erlauben eine Stellungnahme zur Sache. Keine
Schuldzuweisungen dulden.
Wir können den Unfrieden in der Welt nicht lösen, aber
kleine Schritte in unserer Gemeinschaft sind uns
möglich.
Wichtig ist, dass wir einander unsere Wahrnehmung über
Konflikte mitteilen.
Vermutungen und Deutungen spielen hier eine große
Rolle.
Fundamentalisten sind so von ihrer
Einstellung überzeugt, dass sie zum Dialog nicht mehr
bereit sind.
Konflikte ernst nehmen. Wenn eine Seite einen
Konflikt anmeldet, dann ist es für diese ein Konflikt.
Sich nicht scheuen, von außen Hilfe zu holen.
"Die, die ich bin, bin ich durch andere!" Die Qualität
meines Gebetes hängt von der Qualität der Gemeinschaft
ab, aus der ich lebe.
So gesehen ist die Gemeinschaft das Versprechen: Ich
möchte aus dir herausholen, was in dir ist!
Die Arbeit an sich selber ist Schwerarbeit. Vieles ist
meistens nicht so, wie ich es mir vorstelle. Wer sich
der Wirklichkeit stellt, leidet darunter und das ist
nicht schlecht, denn die Brüchigkeit der Welt ist
einfach da. Wir spüren die Spannung zwischen dem, was
ist und dem, was sein könnte. Eine gute Zukunft kommt
von einer guten Gegenwart.
Jetzt ist der beste Augenblick für das Ordensleben.
Heute ist Gottes Stunde mit uns. Orden, die träumen,
versäumen die Zukunft. Visionen müssen Motivation für
die Wirklichkeit sein. Vision heißt: ein Gesicht haben.
Daher investiere nie in Scheinkonflikte. Verweigerung
der Prophetie: "Ach, Herr, wir sind schon zu alt…!"
darf und kann es nicht geben."
einige Schnappschüsse vom Treffen der Oberinnen in
Subiaco - Kremsmünster
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