Aus der Ansprache von PO Sr. Maria Bosco Zechner zum Abschied der Kreuzschwestern von Schwanenstadt

Es gilt heute Abschied zu nehmen für uns Kreuzschwestern von einer Pfarre, einer Stadt, von Menschen für die Schwestern durch 146 Jahre gewirkt haben.
Erlauben Sie mir einen kurzen Gang durch die Geschichte der Kreuzschwestern in Schwanenstadt zu machen.
In der Chronik lesen wir:
"Auf Wunsch der Pfarrbevölkerung wurde in Schwanenstadt 1864 eine Kinder-Bewahranstalt als siebte Niederlassung in Oberösterreich errichtet. Laut Vertrag mit der ersten Generaloberin der barmherzigen Schwestern v. hl. Kreuz, Mutter Maria Theresia Scherer, sollten drei Schwestern ihren Dienst in der Pfarre aufnehmen: eine Kindergärtnerin, eine Arbeitslehrerin und eine ambulante Krankenpflegerin. Diese Aufgabe wurde später ergänzt durch Unterricht in Musik und Sprachen. Bis 1887 war die Gründerin Mutter Maria Theresia nicht weniger als fünfmal in Schwanenstadt gewesen."
Die Schwestern bezogen "das kleinste Haus der Stadt", das 1895 in ihr Eigentum übergeben wurde. Sie benannten es "Haus Bethanien". Bis 1975 wirkten sie dort für die Jugend.
1887 bis 1980 besorgten die Kreuzschwestern auch das Krankenhaus der Gemeinde mit der Entbindungsstation. In den geburtenstarken Jahren 1958 bis 1960 kamen hier 300 bis 400 Kinder zur Welt, eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe für die Schwestern.
Das alte Kindergartengebäude "Kloster Bethanien" war baufällig, es wurde verkauft, ein neuer Kindergarten gebaut und 1975 bezogen. Bis 2003 betreuten die Schwestern diesen Kindergarten. Die letzte Kindergärtnerin war Sr. Anneliese Kirchweger.
Zwei Kreuzschwestern verblieben weiterhin ehrenamtlich in Schwanenstadt für verschiedene Dienste und um durch ihr Dasein für die Menschen und durch ihr Gebet die Pastoral zu unterstützen: Sr. Martha Wiesinger und Sr. Seraphine Marchart. In diese Zeit fiel auch die Feier von 140 Jahren Kreuzschwestern in Schwanenstadt. Ab 2006 konnte Sr. Immakulata Garstenauer hier wirken nach ihrer Heimkehr aus dem Dienst in Brasilien.
In unseren Gemeinschaften leben heute viele alte und kranke Schwestern. So haben wir auch ordensintern viele Bedürfnisse, die wir erfüllen müssen, sozusagen die "Pastoral nach innen." Das ist auch der Grund, warum Sr. Martha und Sr. Immakulata von Schwanenstadt Abschied nehmen müssen. Alle jene, denen sie in der Pfarre abgehen werden, bitten wir um Verständnis.

138 Schwestern wirkten in den 146 Jahren in "Bethanien" in Schwanenstadt.
48 Kreuzschwestern stammen aus Schwanenstadt, 2 von ihnen sind Sr. Edwina Baumgartner und Sr. Rolanda Neidl.
Wir danken diesen 138 Schwestern für ihr 146 jähriges Wirken und der Gemeinde und Pfarre für die Zusammenarbeit. Wir sind auch dankbar für die 48 Berufungen zur Kreuzschwester, die unserer Gemeinschaft geschenkt wurden.
So nehmen wir Abschied mit allen guten Wünschen für die Pfarre und die Menschen dieser Stadt.

Ankündigung die beiden Schwestern mit Sr. Maria Bosco
Ankündigung  PO Sr. Maria Bosco Zechner mit den beiden "Schwanenstädterinnen" - Sr. Immakulata Garstenauer (l.) und Sr. Martha Wiesinger (r.) 
Blick in die Pfarrkirche Schwanenstadt  Verabschiedung
ein Blick in die Pfarrkirche von Schwanenstadt Pfr. KonsR Mag. Gilbert Schandera verabschiedet sich offiziell von den beiden Schwestern 
Abschiedsfrühstück

Verabschiedung durch den Bürgermeister

Abschiedsfrühstück - in der Bildmitte Sr. Marija Brizar (Generaloberin aus Ingenbohl) und PO Sr. Maria Bosco Zechner Bürgermeister Kons. Karl Staudinger dankt Sr. Martha und Sr. Immakulata für ihren Dienst in der Gemeinde Schwanenstadt.