Ich will dich segnen -

und du sollst ein Segen sein!"

Gen. 12, 1

 

Ich erinnere mich gut an den Platz, wo mir der Gedanke kam, ins Kloster zu gehen. Vorstellung hatte ich keine, denn ich war noch ein Kind.
Als ich mit 16 Jahren in die Haushaltungsschule nach
St. Georgen/Längsee kam und die Kreuzschwestern kennen lernte, da schrieb ich voll Freude meinen
Wunsch - Kreuzschwester zu werden - meinen Eltern
und den 3 Geschwistern nach Hause. Ich hatte ein sehr gutes Elternhaus - aber ich musste schon ein bisschen auf Antwort warten!

Nach der Schule trat ich bei den Kreuzschwestern ein, besuchte in Laxenburg die Altenpflegeschule, und dann kam für mich die wertvollste Zeit. Noch einmal sollte ich "in die Welt" hinaus. Zum ersten Mal musste ich mich mit Freundschaft, Geld, einfach mit dem, was das Leben im Alltag einfordert, auseinandersetzen.
Die Werte - das Vertrauen auf Gott, Liebe zur Natur
und zur Arbeit, die ich von daheim mitbekommen habe, waren mir eine große Hilfe.


 Drei Jahre lang war immer wieder die Fragen in mir, welchen Weg ich gehen soll - ob Pfarrerköchin oder Kreuzschwester.  In meinem Bitten um Klarheit fügte ich immer hinzu - wenn du willst, dass ich Kreuzschwester werde, dann halte in mir die Erinnerung an die Sehnsucht wach.

Als ich bereit war den Weg zu gehen, den mir Gott zugedacht hatte, wurde mir die Tür zu den Kreuzschwestern aufgetan.

"Der Weg entsteht im Gehen". Wenn ich manchmal meinen Lebensweg so überdenke - kann ich immer wieder sagen, es ist ein geglückter Weg. Die Veränderungen - ob Arbeitsplatz Wechsel, oder vorzeitige Rückgabe der körperlichen Kräfte - die durchgestanden werden mussten - wurden getragen von der Erinnerung, und dem dankbaren JA, das ich meinem Gott und meiner Gemeinschaft am Tag meiner Profess geben durfte.

Sr. Bernadette M. Zobernig