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Eigentlich wollte ich gar keine Ordenschwester werden. Aber ich war offen für das, was Gott mit mir vor hatte.
Mein Eintrittstag bei den Kreuzschwestern war der 14. September 1945. Die Ordensausbildung machte ich im Provinzhaus in Zsámbék. Dort habe ich die heiligen Momente meiner Einkleidung erlebt. Die Freude dauerte aber leider nicht lang, sie verging ganz schnell.
Das Ordenskleid haben wir nur bei der Einkleidung getragen, nachher durften wir es nicht mehr anziehen.
Ich wurde als Kindergärtnerin ausgebildet. Diesen Beruf habe ich dann mit Leib und Seele ausgeübt.
Ich war Gott sehr dankbar, weil der Orden Kindergärtnerinnen brauchte. Ich liebte die Kinder sehr und sie spürten es. "Jesus, du hast uns die Kinder als kleine Spiegel gegeben, ich danke dir dafür." Dieses kurze Gebet habe ich oft gebetet.

Nach der Auflösung der Orden stand ich plötzlich allein da, ich musste schauen, wie ich zurecht kam.
Meine gute Ausbildung bei den Schwestern hat mir geholfen, eine Stelle zu bekommen.

Ich arbeitete sehr gern als Kindergärtnerin, meiner Meinung nach ist das der schönste Beruf für Frauen. Heimlich bin ich jeder Morgen zum Gottesdienst gegangen. Niemand wusste es und ich sprach auch mit niemand darüber. Ich habe etwas von meiner Oberin gelernt: Ich durfte zwar den Kindern nicht von Gott erzählen, aber ich sprach mit Gott über die Kinder und erzählte ihm von ihnen. Ich betete jeden Tag für sie.

Das schönste Fest des Jahres, das Weihnachtsfest musste ich mit den Kindern ohne Gott feiern. Wir mussten beim Krippenspiel Jesus und die Heilige Familie weglassen. Nur die Hirten folgten dem Stern nach und sind zur Krippe marschiert.
In der Faschingszeit bereitete ich Kleider aus farbigem Papier für die Kinder. Ich habe immer versucht, mich mit aller Kraft einzusetzen und oft bin ich noch spät abends im Kindergarten gewesen. Wenn ein neues Kind gekommen ist, dann habe ich es eingeführt.
Mit meinen Mitschwestern durfte ich 8 Jahre keinen Kontakt haben.
Es wurde uns gesagt, wir dürfen einander nicht schreiben. Über die Wahrheit konnten wir nicht schreiben und über anderes hatte es keinen Sinn zu berichten.
Mein Erstprofess legte ich im Jahr 1959 heimlich ab. Nach längerer Zeit legte ich meine Profess auf Lebenszeit in der Wohnung der damaligen Provinzoberin ab.
Wir Schwestern durften nur heimlich und allein zu den Vorgesetzten gehen, damit es niemand merkt.
Nach der politischen Wende wurde ich Leiterin des Büros an der theologischen Fakultät der Péter Pázmány Universität. Anfangs habe ich mich vor dieser Aufgabe gefürchtet, aber nach und nach habe ich dort viel Freude erlebt.
Als meine Kräfte immer mehr abnahmen, vor allem mein Augenlicht wurde immer schwächer, so dass die Verrichtung von Büroarbeiten nicht mehr möglich war. Da entschloss ich mich am 27. Januar 2002 in das Altenheim "Farkas Edith" in Budapest zu ziehen, wo ich meinen Lebensabend verbringe.

Sr. Dolorosa Rozália Nagy