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Wir sind Geliebte!
Mit meinen sieben jüngeren Geschwistern fühlte ich
mich in der Liebe unserer Eltern geborgen. Diese
Erfahrung begründete mein Vertrauen in eine grenzenlose
Liebe Gottes.
Unsere Mutter hat uns oft aus der Bibel erzählt und
dadurch in mir das Bild eines liebenden Gottes
entfaltet. Es erwachte in mir eine große Sehnsucht. Ich
wollte diesem Gott begegnen und begann ihn auf
kindliche Weise zu suchen.
Als nach der Hauptschule die Berufsentscheidung
anstand, ging ich mit mir selbst zur Rate und fragte
mich: Was ist für mich das Wichtigste? Ich erinnere
mich noch genau an die Stelle, wo mir mein tiefstes
Bedürfnis bewusst wurde: Ich möchte auf die
Liebe Gottes eine Antwort geben. Ich
fand, meine Liebe kann ich ihm am besten zeigen, wenn
ich für ihn lebe. So trat ich als 15 jährige bei den
Kreuzschwestern in Graz ein.
Im Wort Jesu an Maria von Magdala am Ostermorgen
entdeckte ich meinen innersten Auftrag: Den
lebendigen Herrn zu verkünden. Darum
wählte ich bei meiner Einkleidung den
Schwesternnamen Magdalena.
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Nach meiner Erstprofess unterrichtete ich in der
ordenseigenen Fachschule für Mode und
Bekleidungstechnik. Obwohl mir mein Beruf viele
Möglichkeiten bot, am Leben der Jugend teilzunehmen,
träumte ich davon, eines Tages ausschließlich
Seelsorgerin zu sein. Nach 13 Jahren erfüllte sich mein
sehnlichster Wunsch. Ich bekam in der Pfarre Kindberg
eine Anstellung als pastorale Mitarbeiterin. Vielen
Menschen - in den Altersheimen, der Pfarrcaritas, den
Kindern und Jugendlichen, ja vielen Pfarrbewohnern in
verschiedenen Lebenssituationen - versuchte ich meine
Zuwendung zu schenken. Ihre Freuden, aber auch ihre
Sorgen und vielfältigen Nöte haben mich berührt und
bewogen, alle mit der Liebe Gottes zu verbinden.
Durch mein inneres Beschenkt-Sein von der treuen
Liebe Gottes wünschte ich mir, vielen Menschen helfen
zu können, ihr bedingungsloses Geliebt-Sein zu
erfahren. Ich habe in dieser Zeit die Hagiotherapie
kennengelernt, die mir wertvolle Impulse vermittelte,
wie ich andere auf Wegen des Heilwerdens begleiten
kann.
Eine persönliche Quelle ist für mich die
Kontemplation, das absichtslose Dasein in der
dreifaltigen Liebe, geworden.
Nach 10 jähriger Pfarrpastoral kehrte ich dankbar
und zufrieden nach Graz zurück, in den Dienst an den
Mitschwestern und der Krankenhausseelsorge. In der
persönlichen Zuwendung zu Leidenden und Sterbenden
erfahre ich, dass die Liebe Gottes besonders in
Krisensituationen Geborgenheit und Trost zu geben
vermag.
Selbst getragen von der Liebe Gottes freut es mich
heute, mit Mitschwestern in größerer Gemeinschaft leben
zu können. Im Vertrauen weiß ich sie alle in Gottes
Liebe geborgen. Das Geliebt-Sein ist für mich das
sicherste Fundament meines Lebens.
Sr. Magdalena Walcher
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