80 Jahre Kreuzschwestern in Offenstetten

Im Jahr 1946 – vor 80 Jahren – begannen die Kreuzschwestern in Offenstetten ihr Leben und Wirken – angeregt durch Prälat Michael Thaller, der ein Flüchtlingskinderheim für Säuglinge und Kleinkinder im Offenstettener Schloss errichten wollte. Es war ihm ein Herzensanliegen für die vertriebenen Kinder Schwestern zu gewinnen, die für Glaubensvermittlung und vor allem die Sorge für die benachteiligten und verwaisten Kinder übernehmen sollten. Wer konnte das besser verstehen als die selbst vertriebenen Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, die ihre Heimat in Eger mit dem erst neu erbauten Kloster in der Reichsstraße und alle Wirkungsorte in ganz Böhmen verlassen mussten.
Im Jahre 1938 gehörten der Böhmischen Provinz 955 Schwestern an, die in Erziehung und Bildung und im Gesundheitswesen wirkten. 1939 wurde allen Schulen und Kindergärten das Öffentlichkeitsrecht entzogen und damit dem erzieherischen Wirken der Schwestern ein Ende gesetzt. So gesehen war es ein Wunder, dass die Schwestern an vielen Orten in den östlichen Gebieten von Bayern sofort nach der Vertreibung ihre pädagogische Arbeit aufnehmen und an vielen Orten unterrichten konnten.


„Solange es noch ein armes Kind gibt, darf ich nicht an mich denken“, war ein Ausspruch unseres Gründers P. Theodosius Florentini, OFMCap (1808-1865), der unsere Schwestern immer wieder inspirierte, für die Armen und Notleidenden da zu sein. Diesem Anliegen folgten die ersten Schwestern, die nach Offenstetten kamen und so begann die 80-jährige Geschichte des heutigen Cabrini-Zentrums. Die Schwestern waren offen für jegliche Not und stellten sich den Veränderungen in den Bedürfnissen der Zeit – bis auf den heutigen Tag. Der Rückblick auf die Vergangenheit lässt uns dankbar sein. Die Zeit der Kreuzschwestern in Offenstetten war eine erfüllende Zeit. Die Schwestern haben Spuren der Liebe hinterlassen, ganz im Sinne unserer Gründerin Mutter Maria Theresia (1825-1888), die mit inspirierenden Worten die Schwestern ermutigte: „Tun sie Tag für Tag, was in ihren Kräften steht“ und „Entdecken sie in jedem Menschen das Gramm Gold, das in ihm verborgen ist“.

Am 28. März 2026 feierte die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) die Kreuzschwestern für ihren 80-jährigen Dienst an den jungen Menschen. Die Feierlichkeiten leitete ein Pontifikalamt von Bischof Rudolf Voderholzer in der Cabrini-Haus-Kapelle ein: „In all diesen acht Jahrzehnten haben die Kreuzschwestern das Evangelium der Liebe konkret gelebt – durch Pflege, Erziehung, Bildung und Begleitung der Schwächsten.“
Anlässlich des Jubiläums hat KJF-Direktor Michael Eibl eine Dauerausstellung über die Geschichte des Wirkens in Offenstetten initiiert und sagt: „In 80 Jahren haben die Kreuzschwestern Unglaubliches geleistet, als Pionierinnen der Sozialen Arbeit in der Nachkriegszeit, als Impulsgeberinnen und Motor für Weiterentwicklungen und als verlässliche Begleiterinnen für unzählige Kinder und Jugendliche und später auch Erwachsene, für die in der Kapelle 2000 Sterne aufgehängt waren, ebenso für die 91 Schwestern, die im Cabrini-Haus wirkten.

(Text und Bilder: Sr. Petra Car, Provinzoberin der Kreuzschwestern Europa Mitte)