„Ich verzichte auf Sudoku“

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Im Antonius-Haus ändert sich wenig. Die Küche versorgt neben rund 70 Heimbewohnern auch die Schwestern. „Am Essen wird sich nichts ändern“, sagt sie nüchtern. „Essenfasten ist dem Einzelnen überlassen.“ Und sie selbst? Sie habe gelernt, dass klassisches Essenfasten nicht der richtige Weg für sie sei. „Wenn man für Menschen da sein muss, braucht man Kraft.“ Stattdessen verzichtet sie auf Sudoku. „Ich liebe Sudoku“, sagt sie und lacht. In der Fastenzeit legt sie die Hefte bewusst zur Seite. „Es tut gut zu spüren: Ich kann es lassen.“ Was harmlos klingt, hat für sie eine tiefere Wirkung. Wer auf etwas verzichtet, gewinnt Zeit – und Klarheit. „Man merkt plötzlich: Das brauchst du nicht. Das bringt nichts.“ Fasten sei kein sportlicher Ehrgeiz, keine Selbstoptimierung. „Es geht um eine tiefere Beziehung zu Gott. Wenn ich mehr Freiraum habe, wird mir das bewusster“, so Schwester Gertrud weiter.
VN Vorarlberger Nachrichten Lokal Bludenz vom 19.02.2026 | Auflage: 10 130
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