Moderne Prostatakrebsmedizin: So individuell wie Patient

Prostatakrebs kennt viele biologische Gesichter“, sagt Prim. Dr. Clemens G. Wiesinger, MSc, FEBU, Leiter der Urologie und des zertifizierten Prostatakrebszentrums am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Das Spektrum reicht von langsam wachsenden Tumoren ohne unmittelbaren Behandlungsbedarf bis hin zu hochaggressiven Verlaufsformen, die rasches und konsequentes Handeln erfordern. Heute können wir meist sehr genau einschätzen, wie aggressiv ein Tumor ist und welches Verhalten zu erwarten ist. Das ermöglicht es uns, Übertherapie zu vermeiden – und dort entschlossen zu handeln, wo es notwendig ist.“ Eine zentrale Rolle nimmt heute die multiparametrische Magnetresonanztomografie (MRT) der Prostata ein. Sie analysiert nicht nur die Anatomie, sondern lässt auch Rückschlüsse auf das Vorliegen bösartigen Gewebes zu. Dadurch lassen sich verdächtige Areale deutlich besser von gutartigen Veränderungen unterscheiden. Diese gezielte Bildgebung in Kombination mit der Ultraschall-Fusion oder der Mikro¬ultraschall-Fusion bildet die Grundlage für eine präzise Stanzbiopsie und erhöht die diagnostische Sicherheit erheblich.
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