Adipositas ist Krankheit der Armen

Eine neue Studie, an der auch Wissenschaftler der Innsbrucker Medizin Uni mitgewirkt haben, zeigt, dass die weltweite Adipositas-Welle zu einem guten Teil auf soziale Bedingungen zurückzuführen ist. Besonders häufig von Fettsucht betroffen sind ärmere Menschen. Auch in Österreich ist mittlerweile jedes zehnte Kind krankhaft übergewichtig. „Adipositas ist keine Frage von Disziplin, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels genetischer, körperlicher, psychischer und natürlich gesellschaftlicher Faktoren“, sagt Johann Hattinger, Psychologe und Ernährungsberater am Klinikum Wels-Grieskirchen. Fertiggerichte und Fastfood kosten weniger, sind überall verfügbar und machen schnell satt“, sagt der Experte, der Kinder behandelt, die an den Folgen ihres Übergewichts leiden. Fakt ist, dass Adipositas die Lebensqualität schon früh verringert und auf lange Sicht die Lebenszeit reduziert. Das Gesundheitssystem ist dadurch schon jetzt mit mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr belastet.
OÖ Nachrichten vom 18.08.2026 | Auflage: 159 000
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